COLISTIN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Antibakterielles Spektrum Kreuzresistenz
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Vorsichtsmaßnahmen
Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung  
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
Zyklisches Polypeptid
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Wirkmechanismus
Angriff auf Zytoplasmamembran als Kationendetergentium
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Handelsnamen
Österreich Colistin
Deutschland Colistin
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Anwendungsarten
lokal (Salbe, Creme, Spray, Wundkompresse, Augensalbe, Augentropfen, Ohrentropfen, vaginal), oral, i.v., i.m.
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Antibakterielles Spektrum
nur gramnegative Bakterien: Salmonellen, Shigellen, Hämophilusinfluenzae, Pasteurellen; meist empfindlich: Pseudomonas aeruginosa, E. coli, Enterobacter, Klebsiella; resistent: Proteus, Gonokokken, Meningokokken und grampositive Bakterien
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Kreuzresistenz
komplett mit Polymyxin B
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Indikationen
lokal: für Salben, äußere Infektionen der Haut, Verbrennungen, Wundinfektionen, HNO-Infektionen, Auge;
(oral: Darminfektionen, Darmdekontamination;
parenteral: Harnwegsinfektionen, Sepsis, Meningitis;
intralumbal: Meningitis)
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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
oral: 8 Mill. Einheiten
parenteral: 65.000-70.000 Einheiten/kg
oral: 4 Mill. Einheiten
parenteral: 0.5-1-2 Mio. Einheiten
 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
bei gestörter Nierenfunktion strenge Indikationsstellung mit Dosisreduktion gemäß Kreatinin-Clearence
 
Dosierung bei schwerer Leberfunktionsstörung:
zurückhaltende Indikation, jedoch keine reduzierende Dosisanpassung erforderlich
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Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Colistin oder Polymyxin B

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Nebenwirkungen
lokal: Kontaktdermatitis;
bei parenteraler Anwendung: Neuro- und Nephrotoxizität, allergische Reaktionen und neuromuskuläre Blockade;
oral: gastrointestinale Beschwerden, Überempfindlichkeitsreaktionen;
bei Instillation: Resporptionsgefahr mit neuromuskulärer Blockade;
bei Inhalation: Gefahr von Asthmaanfällen
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Interaktionen
mit nephrotoxischen Wirkstoffen (z.B. Aminoglygoside) und Wirkstoffen mit verstärkter neuromuskulärer Blockade (z.B. Muskelrelaxanzien): Verstärkung
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Vorsichtsmaßnahmen
Cave: Infusions-Mischansätze mit Präzipitatbildung vermeiden, Therapiedauer nicht länger als 10 Tage, Nierenfunktion regelmäßig überprüfen
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: überwiegend renal
Halbwertszeit: 2-3-4 h, bei Neugeborenen länger
Halbwertszeit bei gestörter Nierenfunktion: > 4 h - > 30 h
Halbwertszeit bei gestörter Leberfunktion: keine genauen Angaben
Dialysierbar: gering dialysierbar
Absorption: nach oraler Gabe keine Resorption

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Allgemeine Beurteilung
Anwendung nur noch zur Lokaltherapie bei Infektionen durch gramnegative Stäbchen empfohlen. Auf systemische Anwendung sollte wegen schlechter Verträglichkeit und Toxizität verzichtet werden.
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