JOSAMYCIN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Antibakterielles Spektrum Kreuzresistenz
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Pharmakokinetik
Allgemeine Beurteilung    
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
Systemisches Antibiotikum. Makrolid
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Wirkmechanismus
Josamycin bindet am Ribosom und blockiert die Proteinsynthese
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Handelsnamen
Österreich Josalid
Deutschland Wilprafen
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Anwendungsarten
oral
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Antibakterielles Spektrum
– vorwiegend grampositive Kokken und einige Stäbchenbakterien wie Corynebakterien, Listerien;
– deutlich wirksamer gegen S.aureus als alle anderen Makrolid-Antibiotika
– einzelne gramnegative Erreger wie Bacteroides, Bordetella, Legionella, Campylobacter, Mykoplasmen, Chlamydien;
– teilweise gegen Hämophilus;
– Enterobakterien sind resistent
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Kreuzresistenz
– teilweise mit anderen Makrolid-Antibiotika und Lincomycin/Clindamycin
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Indikationen
– Alternative zu Penicillin (wenn Allergie) bei grampositiven Kokken und bei Infektionen, die eine hohe Gewebegängigkeit des Antibiotikums erfordern;
– Infektionen der oberen und unteren Atemwege
– Augeninfektionen, Haut-und Weichteilinfektionen, Akne
– nicht gonorrhoische Urethritis
– Mykoplasmen- und Chlamydieninfektionen (auch bei Schwangerschaft!)
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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
1-2 g pro Tag 30-50 mg/kg in 3-4 Einzeldosen
 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
Dosierung ist nur in besonderen Fällen anzupassen, unter Dialysebedingungen sind keine besonderen Dosismodifikationen erforderlich.
 
Dosierung bei schwerer Leberfunktionsstörung:
Josamycin nur unter strenger Indikation angezeigt, die Dosierung ist vorzugsweise durch Dosisintervallverlängerung einzuhalten. Kontrollmaßnahmen sind einzuhalten.
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Kontraindikationen

absolut Überempfindlichkeit - Kreuzallergie zu anderen Makrolid-Antibiotika
relativ Leberschaden; schwere Niereninsuffizienz; Stillzeit (bzw. nicht stillen); Säuglinge unter 2 Monate

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Nebenwirkungen
allergisch 0,4 %; Hautreaktionen, Pruritus; Asthma

toxisch 3,5-12% - überwiegend leichte gastrointestinale Störungen, Therapieabbruch > 2%; Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe > 1%; neurologische Störungen - Kopfschmerzen, Schwindel < 0,1%, Einzelberichte von cholestatischem Ikterus

biologisch: < 0,5% Schleimhautirritationen - Stomatitis, Zungenbeläge, Einzelberichte von Colitis
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Interaktionen
– Bei gleichzeitiger Gabe mit anderen den Leberstoffwechsel belastenden Medikamenten Abbauverzögerung mit Kumulation und somit Intoxikation möglich, z. B. Ergotamin-Präparate, Carbamazepin, Theophyllin
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: – bis > 50 % hepatal/biliär
Halbwertszeit: – 1,5 h - nach Mehrfachapplikation bis auf > 5 h ansteigend;
– bei gestörter Nierenfunktion als nur unwesentlich verlängert einzuschätzen; bei gestörter Leberfunktion bis > 5 fach verlängert
Verteilung: – Galle: bis hundertfache Serumwerte
– Speichel, Prostata, Knochen: bis 100% der Serumwerte
Lunge: 2-7 x Serumwerte
Dialysierbar: – keine Angaben
Absorption: – enterohepatischer Kreislauf

Verteilung
Gut
Mäßig
Schlecht
gute Gewebspenetration, Augen, Knochengewebe u.a.     

Josamycin ist 15 x lipophiler als Erythromycin und gewährleistet daher eine gute Gewebspenetration.

Josamycin penetriert gut intrazellulär und ist damit besonders in der Behandlung von intrazellulär gelegenen Keimen wie Mykoplasmen und Chlamydien aber auch S. aureus, die in Phagozyten persistieren können, geeignet.
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Allgemeine Beurteilung
Älteres, gut verträgliches Makrolid, schwächere Aktivität gegen Haemophilus influenzae, durch sein Spektrum wieder modern (resistente Pneumokokken)
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