ISONIAZID (INH)
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Antibakterielles Spektrum Kreuzresistenz
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Vorsichtsmaßnahmen
Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung  
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung
Tuberkulostatikum
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Wirkmechanismus
Isoniazid hemmt bakterielle Nukleinsäure- u. Mykolsäuresynthese.
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Handelsnamen
Österreich INH "Agepha", INH "Waldheim", Isoprodian, Rifater, Rifoldin
Deutschland Isozid, Tebesium
Schweiz Rimifon
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Anwendungsarten
oral (1/2 h vor oder 2 h nach den Mahlzeiten), i.v., i.m.
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Antibakterielles Spektrum
ausschließlich Mycobacterium tuberculosis, M. kansasii
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Kreuzresistenz
keine Kreuzresistenz mit anderen Tuberkulostatika
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Indikationen
Kombinationstherapie bei festgestellter Tuberkulose, Chemoprophylaxe bei tuberkulosegefährdeten Kindern
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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
p.o./i.v.: 1 x 5 (-10) mg/kg KG bis max. 300 mg (bei Adipositas evtl. 450 mg) p.o./ i.v.: 1 x 10 – 20 mg/kg KG in 1 – 3 Dosen bis 300 mg
 
Dosierung bei schwerer Nierenfunktionsstörung
keine Dosisreduktion, bei Langsamazetylierern max. 200 mg/d
 
Dosierung bei schwerer Leberfunktionsstörung:
Dosisreduzierung auf tgl. 100 – 200 mg bei chron. Lebererkrankungen.
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Kontraindikationen
cave: Niereninsuffizienz bei Langsamazetylierern, Diabetes, Alkoholabusus, Störungen d. Hämatopoese. Keine Kombination mit anderen hepatotoxischen Tuberkulostatika bei Hepatopathie.

absolut Überempfindlichkeit gegenüber INH, akute Hepatitis, schwere Leberinsuffizienz
relativ Psychosen, Epilepsie

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Nebenwirkungen
allergisch: Exantheme, Fieber, Gelenksbeschwerden
toxisch: hepatotoxisch v.a. bei Erwachsenen u. Langsamazetylierern: Transaminase Anstieg, Hepatitis (1 %); gastrointestinale Störungen v.a. vegetative Dysregulation
neurotoxisch: periphere Polyneuropathie -> glz. Gabe v. Vitamin B6
Blutbildungsstörungen: Leukopenie, Thrombozytopenie
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Interaktionen
Isoniazid verstärkt die Wirkung v. Carbamazepin, Phenytoin, Theophyllin, Cumarine, Morphinderivate, Benzodiazepine, Disulfiram. Isoniazid verringert die Alkoholtoleranz. In Kombination mit Rifampicin kann es zu einem erhöhten Abbau von INH zu lebertoxischen Metaboliten kommen.
Gleichzeitige Gabe von Cycloserin steigert die ZNS-Toxizität. Die Wirkung von oralen Kontrazeptiva wird beeinträchtigt.
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Vorsichtsmaßnahmen
Kontrolle der Leberfunktion (bes. bei Langsamazetylierern), des Blutbildes u. des neurologischen Status. Zur Neuritis Prophylaxe Pyridoxin 50 mg/d (bei Kindern nicht empfohlen)
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Pharmakokinetik
Ausscheidung: 50 – 80 % über die Nieren fast ausschließlich als Metaboliten
Halbwertszeit: 1 h bei Schnellazetylierern, 3 h bei Langsamazetylierern
Halbwertszeit bei gestörter Nierenfunktion: 1,3 – 10,7 h (Schnell-/Langsam-Azetylierer)
Halbwertszeit bei gestörter Leberfunktion: 3-5 Stunden
Dialysierbar: durch Hämo- u. Peritonealdialyse
Absorption: Vollständige Resorption nach oraler Gabe innerhalb v. 1 –2 h.

Verteilung
Gut
Mäßig
Schlecht
in allen Körperflüssigkeiten - auch Liquor, verkästes Gewebe, Makrophagen.     

Proteinbindung: 30 %. Metabolisierung hoch.
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Allgemeine Beurteilung
Standard-Tuberkulostatikum mit hoher Lebertoxizität, keine Anwendung in Monotherapie (drohende Resistenzentwicklung)
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